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The Haunted – Strength in Numbers

the haunted 2017xxlLabel: Century Media Records

Spielzeit: 38:00 min.

Genre: Neo-Thrash

Info: Facebook

Hörprobe: Youtube

Album kaufen: Shop

VÖ-Datum: bereits erschienen

„Strength in Numbers“ - Stärke durch Überzahl - titelt das neue Album der Gewinner des schwedischen Grammy Pendants. Ob sich die im Titel genannte Überzahl auf die eigene Discographie beruft weiß ich nicht, allerdings hat The Haunted dort mit neun Vollalben, diversen Splits, Singles und Live Alben einiges auf dem Kerbholz. Es ist natürlich kein Nunslaughter-Niveau, aber immerhin. Drei Jahre sind nun also seit „Exit Wounds“ vergangen, welches, wenn ich mich richtig entsinne, relativ durchmischtes Echo fand und generell scheinen die Schweden, die aus der Asche von At the Gates auferstanden waren, immer recht durchwachsene Reaktionen hervor zu rufen. Aber so ist das nun mal, wenn man mit neuen Ideen und modernem Sound vorne weg geht. Das ist für sich genommen noch kein Qualitätsmerkmal, führt aber schnell dazu, dass man traditionelle Metalheads verprellt.
Wie stellt sich die Situation nun also auf „Strength in Numbers“ dar? Tja, was soll ich sagen? Es ist eben The Haunted und auch das neue Werk ist eine Mischung aus schwedischem Melo-Death, Groove-Metal und leichten Core Einflüssen. Dabei legt der erste Song „ Brute Force“ erst einmal ordentlich los und hält ohne Abstriche, was er im Titel verspricht. Mit den Folgestücken „Spark, Preachers of Death“ und dem Titelsong pendelt sich das Album dann auf seinem Durchschnittssound ein und der liegt irgendwo im Bermudadreieck zwischen At the Gates, Slayer und Walls of Jericho. Erstaunlicherweise macht das Album auf den letzten Metern aber noch einmal eine deutlichere Kehrtwende und wird etwas düsterer und heavier und „The Fall“ sowie „ Means to an End“ sind mir von der Scheibe bisher in bester Erinnerung geblieben.
Der Sound ist dabei über alle Zweifel erhaben, was das technische Niveau angeht, da merkt man einfach das Majorlabel, das im Rücken steht, zum Guten wie zum Schlechten. Denn gerade der Drumsound erinnert schrecklich an den generischen Plastikklang irgendwelcher 2000er Metalcore Scheiben. Ansonsten wird da aber alles richtig gemacht, lobend kann man hier den Bass erwähnen der vorbildlich eingemischt wurde.
Für den modernen, weltoffenen Metalhead von Morgen, der sich vom alten Bier und Zigarettenmief der old School Ära emanzipiert sieht und für den Death Metal nicht an den Spirit der alten Tage gebunden sein muss, ist „Strength in Numbers“ das richtige Album. Für den eisernen Traditionalisten, der an den Prinzipien und dem Geist der alten Schule fest hält, wird das Ganze hier eher weniger was. Alle, die sich auf dem Spektrum dazwischen bewegen, können gerne mal ein Ohr riskieren und dann selbst entscheiden, was sie von dem Ganzen halten.
Vom möglichst objektiven Blinkwinkel her liefern The Haunted solide Handwerksarbeit, aber auch nicht mehr. Das Album bietet keine großen Überraschungen und Aha-Momente, enttäuscht aber auch nicht oder wird auf die Dauer langweilig .Ich denke, am Ende des Tages wird auch „Strengh in Numbers“ die Szene wieder mit gemischten Gefühlen zurück lassen.

Kai B.

XXL WertungL

Tracklist:

1. Fill The Darkness With Black
2. Brute Force
3. Spark
4. Preachers Of Death
5. Strength In Numbers
6. Tighten The Noose
7. This Is The End
8. The Fall
9. Means To An End
10. Monuments

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