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Mausoleum Gate - Into A Dark Divinity

mausoleumgate cover2017xxlLabel: Cruz Del Sur Music

Spielzeit: 41:19 min.

Genre: Heavy Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Bandcamp

VÖ-Datum: 08. September 2017

Neulich saß ich mit meinem Kumpel Henne im Pub, als plötzlich Bon Jovis „ Living on a Prayer“ aus den Boxen tönte. Der Henne, der schon ein älteres Semester ist, schaute mich leicht grinsend an und erzählte mir, dass ihm dieser Song damals noch als Heavy Metal verkauft wurde. Ein durchaus nicht unbekanntes Phänomen. Immerhin wurden die Frühwerke von Sodom auch noch als Black Metal beworben. An dieses Gespräch musste ich unweigerlich denken, als ich die aktuelle Scheibe der Finnen von Mausoleum Gate in die Anlage schob. Was dort nämlich aus den Boxen kommt, ist mit dem, was einem so in den Kopf schießt, wenn man an Heavy Metal denkt, kaum noch vereinbar. Wer nämlich auf einen Sound der Marke Dio, Judas Priest oder Iron Maiden gehofft hatte, der wird hier sein blaues Wunder erleben.
Mausoleum Gate haben sich einer prähistorischen Form des Heavy Metal verschrieben, die heute wahrscheinlich noch als kitschiger Hard Rock durch gehen würde, aber nicht mehr. Nachdem sich der Opener „Condemned to darkness“ nämlich knappe drei Minuten durch ein Akustik Intro knödelt, folgt dann die faustdicke Überraschung mit Kirmesorgel Synthesizern und coolem 70er Jahre groove. Verraucht, leicht psychodelisch, repetativer Hard Rock / Heavy Metal, der einen sofort an orangene Plastikmöbel, mächtige Oberlippenbärte und Austin Powers denken lässt. Dieser Exotenbonus zieht sich konsequent durch das Album und trägt einiges dazu bei, gewisse musikalische Mängel erfolgreich zu überstreichen. Meistens sind die Stücke in sich nämlich wenig abwechslungsreich und gerade bei den großen zehn Minuten Brocken kann man meistens nach der Hälfte aus machen, ohne groß etwas zu verpassen.
Sprich: man muss sich schon etwas auf den verrückten Vibe einlassen und drin aufgehen. Eher ein Album zum transzendieren als zum ausrasten. Ich selber bin kein Freund von Drogen, aber ich kann mir vorstellen, dass gewisse grüne Kräuter die Wirkung dieses Albums drastisch erweitern könnten. Ein gesondertes Lob gebührt an dieser Stelle dem Vokalisten Varpula, der einen wirklichen tollen Beitrag zum Gesamteindruck leistet , auch wenn bei den Akustikpassagen öfter mal der finnische Akzent durch kommt, das wirkt aber eher sympathisch als unprofessionell.
Produktion und Layout der Scheibe runden das Ganze ansprechend ab und fügen sich nahtlos in den forcierten (very) Old School Flair und speziell der Synthesizer klingt, als wenn man ihn straight in den 70gern aufgenommen hätte. Man kann die Musik mögen oder nicht, aber das, was die Jungs an Atmosphäre erzeugen wollen, schaffen sie mit Bravur, auch wenn die jüngeren Semester sicherlich erst einmal mit dem Gesamtkonzept hadern werden.
Trotzdem ist „Into a dark divnity“ eine spaßige Zeitreise, nicht nur für alte Eisen, die diese Zeit noch selber mit erlebt haben, sondern auch für die jungen Leute, die sich gar nicht mehr vorstellen können, das Ozzy Ossbourne mal die Spitze dar gestellt hat von dem, was an Härte in der Musik vorstellbar war.

Kai B.

XXL WertungL

Tracklist:

1. Condemned to Darkness
2. Burn the Witches at Dawn
3. Apophis
4. Solomon's Key
5. Horns
6. Into a Dark Divinity

XXL-Tipp

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