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Damnation Defaced - Invader From Beyond

damnation defaced 2017xxlLabel: Apostasy Records

Spielzeit: 43:23 min.

Genre: Progressive/Melodic Death Metal

Info: Facebook

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VÖ-Datum: 06. Oktober 2017

Wenn sich fünf Jungs aus dem ländlichen Niedersachsen zusammen setzen um Death Metal zu machen, würde mein Bauchgefühl mir eigentlich sagen, dass Progressiv/Melodische Klänge da nicht unbedingt auf der Speisekarte stehen.
Aber weit gefehlt, denn Damnation Defaced aus der Herzogstadt Celle haben den Kopf ganz weit oben in den Wolken, wenn es um modernen Klang geht. Auch im direkten Vergleich mit dem Vorgänger „The infernal tremor“ von 2014 hat man hier noch eine ganze Schippe drauf gelegt. Am auffälligsten sind dabei die Elektroeinlagen, die sich auf „Invader from beyond“ immer wieder in die Songs schleichen. Das irritiert zunächst erst mal, ist aber durchaus nicht unkreativ.
So interessant diese Einschübe sind, so generisch ist der Metalanteil dazwischen. Keineswegs schlechte Kost, aber auch nichts, was einen vor Freude mit der Zunge schnalzen lässt. Die Aufmerksamkeit wird auf jeden Fall von den progressiven Elementen getragen und nicht von den Songs an sich. Würde man das Klimbim drumherum abziehen, dann wäre „Invader from beyond“ ein schnödes Durchschnittswerk.
Das mag jetzt ein wenig widersprüchlich klingen, aber so schön diese Arrangements auch sein mögen, sie reichen leider nicht aus, um das Album alleine zu tragen und spätestens im letzten Viertel hatte ich dann auch allmählich genug davon.
Lobend muss man allerdings das gute Mastering hervorheben und das sich der Gesang seit dem Vorgänger stark verbessert hat, war dieser auf „The infernal Tremor“ noch mit der Hauptgrund, dass die Scheibe damals nach kurzer Zeit aus der Anlage flog.
„Invaders from beyond“ ist ein Album zu dem sich schwer etwas sagen lässt und ich prophezeie, dass sich hier die Geister in der Hörerschaft durchaus scheiden werden. Musik ist natürlich immer eine Geschmackssache, aber ich glaube, hier wird die Bruchlinie im Publikum auf jeden Fall zwischen denen verlaufen, die modernen Schnickschnack zum Selbstzweck ertragen können und denen, denen das Ganze zu wenig ist. Handwerklich bekommt man hier ansonsten oberen Durchschnitt geboten und auch wenn man sich vom Artwork nicht täuschen lässt, das einem eher eine geile Old School Rille verspricht, dann kann man vielleicht auch glücklich werden mit dem Album.

Kai B.

XXL WertungL

Tracklist:

01. NIOM: 004D004F0049004E
02. Goddess of Machines
03. Invader From Beyond
04. Mark Of Cain
05. The Observer
06. The Key To Your Voice
07. Rendezvous With Destiny
08. All Comes To Its End
09. Back From Apathy
10. Creator's Fall
11. Embraced By Infinity

Cradle of Filth: Cryptoriana - The Seductiveness Of Decay

cradle of filth 2017xxlLabel: Nuclear Blast

Spielzeit: 52:58 min.

Genre: Symphonic Black Metal

Info: Facebook

Hörprobe: Youtube

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VÖ-Datum: bereits erschienen

Vor gut zwei Jahren haben es die Briten um Bandoberhaupt Dani mit ihrem "Hammer of the witches"-Album (hier geht's zur Kritik!!) ja tatsächlich geschafft, mich wieder zu begeistern. Der Bombast wurde zugunsten von wirklich coolen (und vor allem "echten"!) Heavy Metal Klängen zurückgenommen und die damals neue Besetzung konnte ordentlich überzeugen. Aber würde man diesen 2015 eingeschlagenen Weg beibehalten? Bei Kollege Dani ist ja so manches möglich...
Doch keine Angst, "Cryptoriana" knüpft wunderbar an den Vorgänger an, was sicherlich auch daran liegt, dass es diesmal überhaupt keinen Wechsel in der Besetzung gab. (Allein das ist ja schon bemerkenswert!) Es gibt eine feine Mischung aus dem Cradle-typischen Bombast und geilen Metal-Riffs, die weit weg von Weichspüler oder Kitsch daherkommen. Kurz gesagt, wem "Hammer of the witches" gefiel, der wird auch "Cryptoriana" in sein schwarzes Herz schließen. Wie immer zelebriert man das Ganze in einer Perfektion, die dadurch zwar keinen Platz für Spontanität lässt und auch gibt es hier keine großartigen Neuerungen im Sound zu entdecken - aber will man das überhaupt? Cradle of Filth sind (verdientermaßen!) eine Marke, die natürlich auch irgendwie ihr Image erhalten will (muss?), was ich aber überhaupt nicht kritisieren möchte, sondern ganz im Gegenteil ziemlich erfreulich finde. Wer sich 'ne Cradle-CD kauft, will nun mal keine Ildjarn-Mucke hören. Apropos CD: Kauft Euch unbedingt das Digipack, denn das bietet zwei Bonustracks, die es in sich haben. Einmal das großartige "The night at Catafalque Manor" und darüber hinaus noch eine sehr gelungene Coverversionen, nämlich den Annihilator-Gassenhauer "Alison Hell"! Voll krass, Alter! Ach ja - und Liv Kristine trällert auch noch bei einem Song mit, was will man mehr? Ein richtig gutes Album.

Christian Hemmer

XXL WertungXL 1

Tracklist:

01. Exquisite Torment Awaits
02. Heartbreak And Seance
03. Achingly Beautiful
04. Wester Vespertine
05. The Seductiveness Of Decay
06. Vengeful Spirit
07. You Will Know The Lion By His Claw
08. Death And The Maiden

Death Yell - Descent Into Hell

death yell coverLabel: Hells Headbangers

Spielzeit: 43:28 min.

Genre: Death Metal

Info: Facebook

Album kaufen: Bandcamp

VÖ-Datum: bereits erschienen

Meine Fresse, was wurde in den frühen Neunzigern um diese Band für ein Hype veranstaltet! Es reichte ein Song auf der Split mit den damals noch als "extrem gefährlich" gehandelten Beherit (was waren das noch für Zeiten...) und schon war man im Black Metal Untergrund totaler Kult. (Die Split-7" erschien noch vor Beherits Meisterwerk "The oath of black blood", das damals so gut wie alle total Scheiße fanden, woran sich gewisse "Fachleute" aber heute so gar nicht mehr erinnern können, das Teil abfeiern und angeblich immer schon geil fanden.... Aber ich schweife ab...) Death Yell (übrigens aus Chile stammend!) warfen dann auch 1991 wieder das Handtuch, reformierten sich 2012 und veröffentlichten zwei Splits. Nun steht mit "Descent into hell" das Debüt-Album in den Regalen und was soll ich sagen? Kult und Hype sind einfach nicht alles, denn wer von dem Album jetzt ein radikales Meisterwerk erwartet, dürfte enttäuscht werden. Denn die CD ist nicht mehr und nicht weniger als ein ordentlich gemachtes, allerdings auch nicht sonderlich aufregendes Südamerika-Knüppel-Werk geworden. Man kann mit der Mucke jetzt nicht viel falsch machen, aber die "Unaussprechlichen Kulten" (um nur ein Beispiel zu nennen!) sind da extrem geiler! Immerhin ist sich die Truppe musikalisch treu geblieben, was man von ihren damaligen finnischen Kollegen ja nicht gerade behaupten kann...

Christian Hemmer

XXL WertungL

Tracklist:

1. Soulless 03:58
2. Descent into Hell 03:57
3. Cries of the Nazarene 04:08
4. Bluffer 04:02
5. Betryed Chastity 06:08
6. Purging Demons 01:04
7. Thy Will Be Done 04:08
8. Will Never Enjoy 05:29
9. Healing by Blood 04:38
10. Macabre Fuckfeast 05:56

Battle Raider - Battle Raider

Battle Raider Battle RaiderLabel: Fighter Records

Spielzeit: 37:23 min.

Genre: US-Metal

Info: Facebook

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VÖ-Datum: bereits erschienen

Wow, dieses Cover ist so herrlich schlecht und kitschig, dass man es einfach lieben muss! "Pleasure Slaves" für Arme - ein Traum! Musikalisch geht es dann auch in die Richtung US-Metal und man merkt von Beginn an, mit wie viel Herzblut und Enthusiasmus die Mexikaner bei der Sache sind. Trotzdem fehlt ihrem zweiten Longplayer noch so einiges, um bei den großen Jungs mitspielen zu können. Der Anfang gefällt noch ganz gut, doch leider geht die Qualitätskurve mit jedem Song ein Stück nach unten. Die Songs sind einfach noch zu unausgereift und holprig und auch der Gesang von Kollege Steve Scheepers hat so seine Probleme, wenn's in die ganz hohen Regionen geht. Dass das Instrumentalstück "Tartan Piper Alpha" ein kompletter Totalausfall ist, fällt da schon gar nicht mehr so stark ins Gewicht. Eine ausgesprochen sympathische Band mit der richtigen Einstellung und dem perfekten Spaß an der Sache - aber leider noch nicht mit dem nötigen Können. Aber wer weiß, was die Zukunft da noch bringt?

Christian Hemmer

XXL WertungM

Tracklist:

1. Flying Fingers 03:22
2. Battle Raider 05:46
3. Hard Flyer 04:52
4. Atlanteans of Gold 04:57
5. Early Fantasy 04:33
6. Tartan Piper Alpha 05:19
7. Commander 09:27
8. A Sioux Prayer 06:44

Tele.S.Therion - Luzifers Abschied

Tele.S.Therion  Luzifers AbschiedxxlLabel: Minotauro Records

Spielzeit: 28:29 min.

Genre: Ambient/Noise

Info: Facebook

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VÖ-Datum: bereits erschienen

Oh Mann, hier breitet sich etwas extrem bizarres und verstörendes vor mir aus! Das französische Musikerkollektiv Tele.S.Therion hat auf seinem neuen Album "Luzifers Abschied" eine Klangkulisse erschaffen, die scheinbar direkt in die Untiefen der Hölle zu führen scheint... Man wird entführt in den Soundtrack zu einer völlig aus dem Ruder gelaufenen Séance, in eine Welt tiefschwarzer und uralter Rituale, welche man lieber nie betreten hätte. Die ausgestoßenen Schreie, das unmenschliche Stöhnen und die rituellen Gesänge erinnern mich stark an die ganz alten Abruptum, auch was die Intensität der Atmosphäre angeht. Denn diese ist (und das meine ich wirklich todernst!!) extrem angsteinflößend und sollte echt nicht von jedermann konsumiert werden. Ich bin sicherlich recht hartgesotten, aber auch bei mir stellten sich die Nackenhaare auf! So was hatte ich sonst nur beim ersten Anhören vom "Obscuritatem advoco amplectere me"-Werk der oben erwähnten Schweden. Irgendwie nicht von dieser Welt, furchteinflößend und faszinierend zugleich, ohne Zweifel ein Werk, das seinesgleichen sucht! Ich bin extrem angetan von der CD, die es wie kaum ein anderes Stück "Musik" geschafft hat, mich emotional derart zu packen und zu faszinieren. Ein Wahnsinns-Trip!

Christian Hemmer

XXL WertungXXL

Tracklist:

I. – Eingang | Periode I-IV
II. – Periode V – VI
III. – Periode VII – IX
IV. – Periode X – XII
V. – Periode XIII | Ausgang

Grave Pleasures - Motherblood

grave pleasures 2017xxlLabel: Century Media Records

Spielzeit: 37:23 min.

Genre: Post Punk

Info: Facebook

Hörprobe: Youtube

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VÖ-Datum: 29. September 2017

Beastmilk sind tot und Grave Pleasures stehen bereit, ihr zweites Langeisen auf die hungrige Fanschar loszulassen. Wurde das erste Album noch unter ersterem Namen eingespielt und zu Release in den Himmel gelobt, kam der Nachfolger, das Grave Pleasures Debüt, weniger gut an.

Auf "Motherblood" bekommen wir wieder einmal feinsten Post-Punk serviert, der so auch als verloren gegangenes Relikt aus der Blütezeit der Kajal verschmierten, melancholischen Nachtschwärmer überzeugen würde. Es scheint als würde die Band langsam wieder in Fahrt kommen. Die Songs präsentieren sich allesamt zwingender, ohrenschmeichelnder und fühlen sich mehr an, wie der offizielle Nachfolger der tollen "Climax". Fast jedes Lied entwickelt sich nach einigen Durchläufen zu einem Ohrwurm und frisst sich ins Gedächtnis.
Das, was der Vorgänger auf der Habenseite hatte, nämlich die experimentelleren Songs, man erinnere sich nur einmal an das großartige "Crisis", weicht auf "Motherblood" einer gelasseneren, simpleren Herangehensweise, die gezielt zum Wohlfühlen einlädt. Trotz aller positiven Fassetten die "Motherblood" bietet, reicht es am Ende doch nicht dazu "Climax" vom Thron zu stürzen. Dafür klingt die ganze Sache dann doch zu sehr vom eigenen Backkatalog inspiriert.
Einen Song sollte man dann aber doch noch hervorheben. Das großartige "Atomic Christ" bietet feinste Melodien, gepaart mit einer fantastischen Gesangsleistung und tollen Gitarrenmelodien und bildet somit den Höhepunkt der Scheibe.

Unterm Strich zeigen sich Grave Pleasures wieder von ihrer guten Seite. Nein, die Fähigkeit, tolle und mitreißende Songs zu schreiben ist nicht verloren gegangen. Etwas routiniert, dabei aber trotzdem auf volle Länge überzeugend und mit massig Ohrwurmpotential.
Freunde verblasster schwarz-weiß Tanzflächen mit Affinität zur düsteren Seite des Lebens machen hier nicht viel verkehrt. Der Herbst wird eingeleitet, Grave Pleasures laden ein zum fröhlichen Kürbisschnitzen.

Sascha Scheibel

XXL WertungL

Tracklist:

Infatuation Overkill
Doomsday Rainbows
Be My Hiroshima
Joy Through Death
Mind Intruder
Laughing Abyss
Falling For An Atom Bomb
Atomic Christ
Deadenders
Haunted Afterlife

Vassafor – Malediction

vassafor Label: Debur Morti Productions (CD); Iron Bonehead Productions (Vinyl & Tape)

Spielzeit: 49:47 min.

Genre: Black Metal

Info: Facebook

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VÖ-Datum: 13. Oktober 2017

Ein Blick auf das Artwork, die Herkunft (Auckland, Neuseeland) und bisherige Dienstposten des Frontmannes VK (nein, nicht das russische Facebook Pendant, der Mann nennt sich so) lassen eigentlich relativ wenig Spielraum für das was uns hier bevor steht und tatsächlich bekommen wir wenig überraschend, leicht bestialischen, Rumpel- und Röchel-Black/Death, wie man ihn von den Kiwis halt kennt. Dabei dürften wir eigentlich einiges an Expertise erwarten, immerhin ist die Band, die ja eigentlich eher ein Ein-Mann-Projekt mit wechselnder Drum-Unterstützung ist, schon seit 1994 unterwegs. In den 23 Jahren hat der gute Mann aber keineswegs daran gedacht, etwas am Sound oder den Songstrukturen zu veredeln und das ist auch gut so.
Der 16-minütige Opener „Devourer of a thousand worlds“ äzt und röchelt sich disharmonisch, morbide und boshaft aus den Boxen, hat mit seiner Überlange aber durchaus an einigen Punkten seine liebe Not, damit die Spannung aufrecht zu erhalten. Die nächsten beiden Stücke geraten zwar etwas kürzer und ziehen das Gaspedal etwas an, sind ansonsten aber auch die klassische Neuseeländische Schule. Zum Abschluss gibt es nochmal zwei Stücke in Überlange, bei denen wir allerdings auch wenig neues erwarten können.
Grundsätzlich kann man über „Malediction“ wenig schlechtes sagen wenn man Fan von Bands wie Diocletian und Konsorten ist, denn hier wird alles geboten, was das abgestumpfte Bestial-War-Metal Herz begehrt. Sicherlich nicht ganz so rau und chaotisch wie bei den Altvorderen von Revenge, Conquerer oder Blasphemy, aber immerhin noch genug, damit man weiß, wo der Bartel den Most holt. Wo Eintönigkeit eine Tugend ist, hat es der Musikjournalist (hochtrabendes Wort für mich, aber ihr wisst, was gemeint ist) aber schwer etwas zu schreiben.
Gemäß dem Motto „ Kennste Einen, kennste Alle“ macht man hier nichts verkehrt, wenn man auf den Rumpelsound von der fernen Insel steht, denn für diese Sorte Musik wird hier alles richtig gemacht und ich hab die Scheibe durchaus genossen. Für den unbedarften Hörer, der sich mit der War-Metal Familie entweder nicht auskennt oder nicht anfreunden kann, muss ich hier jedoch eine Reisewarnung aussprechen und man sollte lieber vorher mal rein hören als blind zuschlagen.

Kai B.

XXL WertungL

Tracklist:

1. Devourer of a Thousand Worlds
2. Emergence (of an Unconquerable One)
3. Servitude
4. Black Winds Victoryant
5. Illumination of the Sinister

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